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Woche 47 - 2008

Diese Woche haben wir unseren zweiten Jahrestag im Parlament gefeiert. Zu dieser Gelegenheit boten wir unseren Parlamentariern den Jahresbericht an. Nachfolgend finden Sie eine Kurzfassung meiner Übergaberede:

Eine auf der Hand liegenden Frage ist, ob sich in der Welt viel verändert hat, seitdem die Partei für die Tiere in das Parlament eingezogen ist, als erste Partei der Weltgeschichte, deren Vertreter primär nicht für ihre Artgenossen aufkommen

Natürlich, es hat sich sehr viel verändert. 2006 warfen große gesellschaftliche Probleme ihre Schatten voraus, aber es war noch keine Rede von Kredit,- Valutenkrise, einer ausreichend bekannten Klimakrise, Süßwasserkrise, einer drohenden H5N1 Pandemie, einer Antibiotikakrise, einer Nahrungsmittelkrise, kurz gesagt, eine überall fühlbare Zivilisationskrise.

Wir haben bei unserem Eintritt in das Parlament gesagt, das wir erwarten, das die Küste dem Schiff den Kurs beibringen wird und daß, das menschengerichtete Denken zu einer Krise führen wird, die nicht länger negiert werden kann, da es lebensnotwendig ist, einen anderen Kurs einzuschlagen.

Mitleid und Beständigkeit vertragen sich nicht mit dem kurzfristigem Denken, daß so kennzeichnend für andere Parteien ist, worin der westliche Mensch und sein Geld eine zentrale Rolle spielen.

Wir müssen feststellen, dass keine der vorgenannten Krisen sich jemals spontan in der Tierwelt ereignet hat. Menschen könnten ohne Tiere nicht überleben, Tiere hingegen können ohne Menschen sehr gut überleben. Besser sogar als mit den Menschen. Was den Mensch vom Tier unterscheidet, mehr Intelligenz und die Möglichkeit, um moralische Entscheidungen zu treffen, scheinen die Menschen zu ihrem Nachteil anzuwenden, so sehr sogar , dass das Fortbestehen vom Leben auf der Erde aufs Spiel gesetzt wird, und das auch noch auf absehbare Zeit.

Das rechtfertigt den Platz der Partei für die Tiere im Parlament und soll auch dazu führen, daß die Partei für die Tiere nicht länger weggelacht werden kann als eine dekadente Luxuserscheinung von weichherzigen Menschen, die für jede Taube eine Pullöverchen stricken wollen. Wir haben die wichtige Aufgabe, um den soften Faktor in der Regierungsaufgabe zu introduzieren. Nicht das Recht des Stärksten zentral stellen, sondern Aufmerksamkeit für die Interessen der Schwächsten wecken.

Heute präsentieren wir den zweiten Parlamentären Jahresbericht der Fraktionen in der Zweiten und Ersten Kammer des Parlaments der Partei für die Tiere über das parlamentarische Jahr 2007-2008. Es ist ein Report von mehr als 900 Seiten geworden. Niemals zuvor haben andere politische Parteien so ausführlich Rechenschaft über ihre parlamentarische Arbeit abgelegt.

Wir ziehen enormes Unheil an, mit der Jagd nach kurzfristigen Interessen, die flüchtig sind und schädlich für zukünftige Generationen.

Laut WWF konsumieren wir weltweit 30% über unserem Bedarf und im reichen Westen konsumieren wir sogar 3x soviel, als wir qua Landoberfläche das Recht darauf hätten. Eine von vier Säugetiersorten ist vom Aussterben bedroht, und nur als Folge des Konkurrenzkampfes mit dem Menschen.

In einer politischen Umgebung, die durch soviel Elend geprägt wird, liegt es auf der Hand, dass die Partei für die Tiere nicht nur wegen ihres Einsatzes gepriesen wird. Der Überbringer von schlechten Nachrichten macht sich damit selten beliebt.

Der Mensch neigt von Natur aus nicht gerne zu Veränderungen und darum muss jeder, der für einen wesentlich anderen Kurs ist, erst einmal mit Hohngelächter rechnen.

Unsere Landwirtschaftministerin lässt sich seit der Präsentation des Film Meat the Truth allerlei Dinge einfallen, um uns als Lügner bezeichnen zu können. Obwohl namhafte Institute fordern, viel weniger tierisches Eiweiß zu konsumieren.

Wir sind der Kompressor für sehr viele Politiker. Und wir sind das Flutlicht für die Wortführer anderer politischer Parteien, die mehr Freiraum in ihren Fraktionen erhalten, um für die Tiere aufzukommen, und sei es nur durch unsere Anwesenheit und die elektorale Bedrohung, die davon ausgeht

 

Esther Ouwehand, Marianne Thieme und Niko Koffeman (foto Thomas Schlijper)

bis nächste Woche!