Demokratie für Tiere.
Diese Woche wieder ein kurzes Intermezzo im Rahmen der Aktualität. In den Niederlanden wird im Moment wieder sehr viel über die Rechte der Tiere nachgedacht. In der letzten Woche stand die “”Boekenweek”” (= Werbewoche des Buchhandels) im Zeichen des Tieres.
Neben meinem eigenen Buch “das Recht der Tiere, das Glück der Menschen” wurden viele Bücher herausgebracht im Rahmen des Themas der “”Boekenweek””: Tsjilp, tsjilp. (so nennt man in den Niederlanden das Zirpen von Spatzen).
Ein anderes Buch, das in dieser Woche erschien war “Demokratie für Tiere”, in dem Philosoph Erno Eskens eine Gedanken-Übung macht, wie es sein würde, Tieren dieselbe Rechte zu verleihen als Menschen. Manche Menschen erfahren dies als Zeichen der allerletzten Dekadenz, denn wer verteidigt die Rechte der Tiere, wenn die Rechte der Menschen in vieler Hinsicht nicht ausreichend geregelt sind? Mit dieser Argumentation kommen die Tiere fürs Erste noch nicht an die Reihe.
Der Mensch betrachtet sich selber noch immer als überheblich im Vergleich zum Tier, so dass es auf dem Gebiet der Lebensumständeverbesserung für Tiere nur die Rede sein kann von “Gönnen”. Der Mensch bestimmt wieviele Rechte Tiere bekommen können und der Mensch geht mit diesen Rechten sehr sparsam um. Wie in früheren Zeiten der weiße Mensch bestimmt hat wieviele Rechte den farbigen Menschen bekam oder wie Männer bestimmten wieviele Rechte Frauen bekamen. Man könnte es mit einem Fahrrad vergleichen. Man könnte die nötige Sorgfalt walten lassen, aber man ist nicht dazu verpflichtet.
Das schwachste Argument der Gegner ist, dass Tiere nicht imstande sind ihre Rechte auszuüben. Sie können ihre Vergangenheit und Zukunft nicht übersehen, können nicht zur Wahl oder zum Gericht gehen um ihre Rechte zu benutzen. Merkwürdigerweise gilt diese Unmöglichkeit nicht für Willenunfähigen, senile Menschen, Schwerbehindete oder Menschen mit dem Syndrom von Down. Rechte für Tiere darf man deswegen auch betrachten als Pflicht für Menschen und es bedeutet nicht, dass Tiere per definitionem abhängig von Menschen sein müssen. Tiere vertreten einen eigenen Wert, unabhängig vom Nutz der Menschen.
Es ist merkwürdig festzustellen, dass das was Menschen von den Tieren unterscheidet, nämlich das Denken und das machen von moralischen Erwägungen, nicht führt zum Vorteil der Lebensumstände. Tiere können einfach ohne Menschen leben, aber umgekehrt gilt das nicht. Dies könnte dafür sorgen, dass Menschen hierüber nachdenken. Darum ist es die höchste Zeit, das Verhältnis zwischen mensch und Tier neu zu bewerten, inklusive Rechtsverhältnisse zwischen Menschen und Tieren.
In seinem Buch stellt Erno Eskens folgendes zur Diskussion: Schenke Tieren dieselbe Rechte als Menschen und stelle danach fest welche Rechte sie behalten oder vermissen können. Dies gilt als Gedanken-Übung, die zu mehr Verständnis führen kann für die Situation in der Tieren sich befinden im Verhältnis zu ihrem Unterdrücker, dem Menschen.
Warum hat der Mensch das Recht sich so überheblich zum Tier zu verhalten? Viele Tiere sind schneller, stärker, sozialer, gefühliger und treuer als Menschen und haben ein besseres Gefühl für Dauerhaftigkeit als Menschen. Darum muss man die Position des Menschen aufs neue überdenken auf eine Weise, die die Amerikaner “thougtprovoking” nennen würden und die für viel Freude am Lesen sorgt.
Diesem Thema werden wir in den nächsten Jahren noch viel begegnen. Der niederländische Philosoph Paul Cliteur hat vor einigen Jahren gesagt, dass der Mensch innerhalb von 50 Jahren schämtevoll zurückblicken würde auf seinen Umgang mit Tieren.
Ich hoffe, dass dieses Buch dafür sorgen kann, dass es nicht so lange dauern wird und das diese Periode kürzer sein wird.
Bis nächste Woche!












