In den Niederlanden reagierte man letzte Woche geschockt auf den Anschlag auf die königliche Familie während des Königinnentages. Ein entlassener Sicherheitsdienstmitarbeiter, welcher seine Miete nicht mehr bezahlen konnte, fuhr mit seinem Auto durch die Absperrungen und versuchte den Bus, in dem die königliche Familie fuhr, zu rammen. Das gelang ihm letztendlich nicht, wohl aber traf er 27 Zuschauer, wovon mittlerweile 6 an ihren Verletzungen erlegen sind.
Ein abscheuliches Drama, das heftige Reaktionen hervorruft. Unmittelbar nach solchen Ereignissen wird deutlich, wieviel Spannungen sich in unserer heutigen Gesellschaft aufbauen, und wie sich diese ein Ventil suchen, wie bei diesem Anschlag zum Beispiel.
Die erste Frage, die Menschen sich selbst stellen lautet “welche Hautfarbe hatte der Täter”?
War es möglicherweise ein Moslem, sind terroristische Motive hinter seiner Tat zu suchen? Als sich herausstellte, dass der Täter weiß war, wurden sofort Spekulationen laut, dass der Täter eventuell ein Tieraktivist gewesen sein könnte. Die Königin trägt immerhin Pelz, erlaubt Jagdgesellschaften in den königlichen Wäldern und wird als Schutzherrin der Dierenbescherming ausgeschlossen.
Bei großen, traumatischen Vorfällen wird sofort nach Täterprofilen gesucht, die direkt ganze Menschengruppen stigmatisieren können.
Das ist gefährlich und lehrsam zugleich. Es schließt an bereits bestehende Vorurteile an. Das FBI dämonisiert Moslems und Tierschützer als die größten Gefahren für einen demokratischen Rechtsstaat, erkennbar daran, an welche beiden Personengruppen bei Vorfällen, die das Vorstellungsvermögen übersteigen als erstes gedacht wird.
Der Täter war in diesem Fall ein arbeitslos gewordener Sicherheitsmitarbeiter, ohne näheren Bezug zu besonderen Strömungen im Zusammenleben wie Lebensauffassung, Religion, Politik oder Gesellschaft. Es wird suggeriert, dass es sich um einen geschiedenen Mann, der seine Kinder nicht sehen durfte , handeln soll, aber diese Berichte sind bislang unbestätigt und führen deshalb auch nicht zur Stigmatisierung von anderen Männern in der gleichen Situation
Auch Sicherheitsmitarbeiter werden nicht als Gruppe in der öffentlichen Meinung verdächtigt.
Das wäre sicherlich anders gewesen, wenn der Täter Moslem oder Aktivist gewesen wäre. Dann wäre die Tat sicherlich auch der Gruppe, zu der er gehört hat, angerechnet worden und hätte ernsthaften Imageschaden verursacht.
In diesem Zusammenhang ist es sicherlich gut, dass man als beginnende, politische Partei sorgfältig auswählt, mit wem man Allianzen eingeht. Es ist von größtem Interesse, das die Wahl des parlamentarischen, demokratischen Weges, um im Tierschutz Veränderungen durchzusetzen, klar erkennbar ist.
Gesetzesbrecher gehören nicht in eine Partei für die Tiere, gerade eine solche Partei setzt sich für das Respektieren des Gesetzes oder Gesetzesänderung ein, aber dann auf legalem Weg.
Die einzige Möglichkeit hiervon abzuweichen, ist meiner Meinung nach bürgerlicher Ungehorsam, ich meine, das Gesetz mit offenem Visier brechen, um deutlich zu machen, dass das Gesetz nicht taugt. Aber niemals heimlich, es sollte immer deutlich sein, wer das Gesetz bricht und was dahinter steckt, und man muss für die Konsequenzen einstehen.
Ein Beispiel für bürgerlichen Ungehorsam ist das Verbergen von Tieren, die laut Regierung geräumt werden sollen in Verband mit Tierseuchenbekämpfung.
Die niederländische Nonne Mutter Maria tat dies während der Vogelpest in den Niederlanden, bekannte sich dazu öffentlich und legte auch vor dem Richter Rechenschaft ab. Ihre Aktion hatte ein deutliches Ziel: sie wollte zeigen, dass die Regierung lieber gesunde Tiere auf dem Altar der Ökonomie opfert und dann auf eine Art und Weise, die tödlicher war als die Vogelpest jemals war oder gewesen sein könnte.

Ich werde Ihnen nächste Woche mehr über den Abschluss von Allianzen mit gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien erzählen. Die Wahl kann nämlich sehr entscheidend für den Erfolg einer neuen Partei sein!












