Home 
News 
About us 
Q&A 
Help us 
FOR THE PRESS 
Videos 
Deutsch
Woche 35 - 2009

Letzte Woche äusserte ein Verwaltungswissenschaftsprofessor in einigen Zeitungen seine Besorgnis über die Demokratie in den Niederlanden und nannte den Aufschwung der Partei für die Tiere als Beispiel für eine schlechte, parlamentarische Demokratie. Ich will Ihnen meine Antwort an ihn gerne mitteilen, da Sie die gleichen Vorwürfe hören würden, wenn Sie in Ihrem Land eine Partei für die Tiere gründen würden. Professor Roel in 't Veld macht sich Sorgen über die Demokratie. Er verwendet schwere Terminologie, wie etwa 'eine drohende Zerstörung unserer Demokratie' und sieht in personalistischer Politik und in dem Aufschwung von dem, was er als One Issueparteien bezeichnet, ' wie die Partei für die Tiere' den Beweis für seine Behauptungen. In t' Velds Argumentationen sind kennzeichnend für die kurzsichtige, herrschende Politik und deren Vorstände und Wissenschaftler. In t'Veld würde niemals auf die Idee kommen, seine eigene sozialdemokratische Partei für die Arbeit (PvdA) als One Issuepartei zu bezeichnen, obwohl diese doch immer nur ein Thema in ihrem Namen behandelt. Bei einer Partei, wie die Partei der Arbeit ist lange nicht immer deutlich, wie diese bestimmten Themen gegenübersteht, selbst wenn es die Arbeit betrifft. Weder, wenn es um eine Anhebung des Pensionsalters, Besteuerung von Pensionen oder die Kürzung der medizinischen Versorgung betrifft. Aber auch nicht, wenn es um die Anschaffung eines neuen Düsenjägers, die NATO Mitgliedsschaft von Georgien, das Referendum, die parlamentarische Untersuchung des Einfalls in Irak, kostenlose, öffentliche Nutzung von Verkehrsmitteln für Mittelschüler, Doppelbesetzungen beim höchsten Richterkollegium, die Afganistanmission handelt. Um es kurz zu machen, Wähler können kaum voraussagen, wie sie von der herrschenden Politik vertreten werden. Und das gilt nicht nur für die Partei für die Arbeit, viele traditionelle Parteien haben es offensichtlich nicht nötig, sich an das zu halten, was sie dem Wähler während der Wahlkampfperiode versprochen haben. 

Professor Roel in ‘t Veld

Entfremdung
Die traditionelle Politik bewegt sich in einem beschränktem Spektrum von Grautönen und verfremdet gerade damit den Wähler von sich. Das führt dazu, dass äußerst linke oder rechte Parteien von einem sehr beweglichem Wählermarkt profitieren. Und das wiederum führt dazu, dass Parteien mit völlig anderen Vorstellungen Erfolg haben können. Die Partei für die Tiere ist tatsächlich die erste Partei in der Weltgeschichte, die nicht die kurzsichtigen Ziele und Interessen des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Gerade deshalb ist sie nicht als One Issuepartei einzustufen. Wem klar wird, wieviel Zeit und Aufmerksamkeit die traditionellen Parteien dem westlichen Menschen und dessen Geld zukommen lassen, wird deutlich, dass andere Parteien sich mehr kwalifizieren.

Breite Vision
Wo bleibt der weitgefächerte Blick auf den Zusammenhang zwischen Kreditkrise, Nahrungsmittelkrise, Wasserkrise, Biodiversitätskrise, Klimakrise und nicht zu vergessen die moralische Krise, die uns zu schaffen machen? Schauen Sie sich nur mal die Beträge an, welche bereitgestellt werden, um das Bank- und Versicherungswesen aufrecht zu halten. Verglichen mit den Beträgen, die für ein umweltfreundliches Zusammenleben bereitsgestellt werden, ist eines völlig klar. Wir werden mit Kleingeld abgespeist, um die
wichtigsten Dinge sicherzustellen, die wir kennen: saubere Luft, sauberes Wasser, Biodiversität und ein stabiles Klima.

Verwüstung
Die Demokratie wird nicht durch sogenannte One Issueparteien oder personalistische Politik bedroht, sondern dadurch, dass es die politik nicht interessiert, dass unser Lebensraum auf eine, nicht wieder gutzumachende Art und Weise zerstört wird. Der Mensch ist das einzige lebende Wesen, welches sich an solch kurzsichtigem Verhalten schuldig macht. Die Eigenschaften, die den Menschen von den Tieren unterscheiden, mehr Intelligenz und die Möglichkeit, moralisch etische Entscheidungen treffen zu können, werden durch den Menschen zu seinem eigenen Nachteil angewandt. Mit allen, daraus resultierenden Folgen für Mensch, Tier, Umwelt und Demokratie. Die Kalamitäten, die wir als Menschen über uns selbst und andere lebende Wesen herbeirufen, schaffen eine unüberwindbare Kluft zwischen dem Bürger und den Parteien, welche dachten oder behaupteten, im Sinne des Bürgers zu handeln.

In der Athener Völkergemeinschaft, der Ekklesia, war wichtig, dass nicht nur das Recht des Stärkeren galt, sondern auch der Schwächste zu seinem Recht kam. Daran sollte sich die Demokratie anno 2009 ein Vorbild nehmen. Die Partei für die Tiere trifft ihre Entscheidungen unter den Kriterien, umweltfreundlich, mitfühlend, persönliche Freiheit, persönliche Verantwortlichkeit und entwickelte damit ein sehr konsistentes Stimmverhalten in allen demokratischen Organen ( Bundestag, Kabinett und Wasserverbänden), in denen sie vertreten ist.

Die Partei legt weiterhin als einzige, einmal jährlich, ausführlich Rechenschaft in Form eines Jahresberichtes von mehr als 900 Seiten ab.

Regierungsexperten sollten lieber versuchen, echte Lösungvorschläge für das Versagen der traditionellen Parteien und die daraus resultierende Entfremdung des Wählers, zu finden. Ablehnung von neuen, demokratischen Parteien, wie etwa die Partei für die Tiere , die bereit sind weiter zu schauen, als ihre eigenen kurzsichtigen Interessen, ist wenig kreativ und förderlich.

Bis nächste Woche!