Diese Woche war ich zur Prämiere des Films The Age of Stupid (schöner Titel!). Der Film erzählt Geschichten von Menschen, die direkt, die Folgen der Klimakrise spüren. Die Geschichten waren interessant, leider findet sich in dem Film kein Hinweis darüber, wer der Verursacher der schädlichen Treibhausgase ist: die Viehhalterei. Die Viehhalterei stösst 40% mehr Treibhausgase aus als aller Verkehr zusammen. Ein deutlicher Schwachpunkt des Films , welcher sich ausschliesslich auf die Schädlichkeit von Flugzeugen beschränkt. Es gibt mir eine gutes Gefühl, dass unser Klimafilm Meat the Truth diesen Monat in Turin und im November in Indonesien Prämiere feiert.

Im Dezember werden wir auf der Klimaspitze in Kopenhagen vertreten sein und auch dort wird Meat the Truth gezeigt werden, nämlich auf der alternativen Klimakonferenz, die zeitgleich in Kopenhagen stattfinden wird. Wenn Sie in der Nähe sind, kommen Sie!
Weiterhin sind wir sehr beschäftigt, mit den Vorbereitungen eines Folgefilms von Meat the Truth, nämlich über die beängstigenden Zustände unserer Seen und Meere.
Die Stiftung VROM, eine lokale Organisation aus Vroomshoop, ein Bollwerk, bestehend aus christdemokratischen Wählern, die sich gegen die sogenannten Megaställe aussprechen, hat eine Klage über fünf Milliarden Euro beim Bundesstaat Overijssel eingereicht. Die Stiftung erhofft sich damit, dass sich keine Megaställe (Ziegen- und Hühnerfabriken und Schweinehochhäuser) in der Provinz niederlassen. Die Megaställe sind nicht nur eine Umwelt- oder Tierschutzbelastung, sondern gefährden auch die Volksgesundheit. Aus Zahlen und Analysen verschiedener Wissenschaftler ist deutlich abzulesen, dass ein Megastall mehr Nach - als Vorteile hat. Der Ammoniak- und Feinstaubausstoß senkt sich nur geringfügig (lediglich 2 bis 4 Prozent), im Gegenteil, man erwartet in der direkten Umgebung der Megaställe sogar eine Zunahme.
Hausärzte in viehdichten Gebieten machen sich verstärkt Sorgen über die Infizierung von Schweinen mit der resistenten MRSA Bakterie, mit welcher mittlerweile mehr als die Hälfte der Schweinehalter infiziert ist. Es besteht auch ein direkter Zusammenhang mit dem gefährlichen Q-Fieber und der Massentierhaltung.
Mittlerweile bezahlen die Einwohner von zum Beispiel Grubbenvorst, die in den vergangenen Jahren vehement gegen Tierfabriken von 30000 Schweinen und 1,3 Millionen Hühnern gekämpft haben, die gesellschaftliche Rechnung. Sie werden in den kommenden Jahren mit einer Zunahme von Feinstaub-, Gestank- und Lärmbelastung leben müssen, nur weil ein paar Unternehmer ihre größenwahnsinnigen Träume verwirklichen durften. Es wird höchste Zeit, dass wir als Gesellschaft unsere Grundwerte in den Mittelpunkt unserer Entscheidungen stellen, anstatt uns von ökonomischen Entwicklungen und Gewinnsucht leiten zu lassen. Der andere Weg besteht in einem respektvollen Zusammenleben mit Tieren. Es ist schlichtweg unbegreiflich, dass Parteien (CDA und ChristUnion), welche Begriffe wie Gutsverwaltung hoch auf ihre Fahnen schreiben, sich für den ersten Weg entscheiden. Pierre Troubetzkoy hat hierzu folgendes gesagt: wie können Menschen auf Gnade von oben hoffen, wenn sie selbst keine Gnade für das, was unter ihnen steht , empfinden?

Die Diskussionen über Tierseuchen, Fleischkonsum, Klimabelastung durch die Massentierhaltung und Megaställe wird stets lauter durch unseren Einfluss. Niemand kann diese Themen mehr negieren und auch in
Erst recht nach den Aussprachen des Nobelpreisträgers Pachauri, welche sich, für zumindest einen fleischlosen Tag pro Woche und eine Besteuerung von Milch-, Fisch- und Fleischprodukten ausspricht.
Das Kampagneteam von Meat Free Mondays war übrigens begeistert über die Kochmütze, welche ich am Prinsjesdag trug. Wir werden auch in der nächsten Woche wieder verschärft den Gesetzesvorschlag zum Zuchtverbot von Pelstieren in den Niederlanden vorbringen.
Bis nächste Woche !












