Diese Woche habe ich im Finanziellen Dagblad von Niederland dazu aufgefordert, die Ponzipolitik zu beendigen. Das hat so viele Reaktionen hervorgerufen, dass ich Sie gerne daran teilnehmen lassen möchte.
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(Übersetzung der Tekste von Kartoonist Hein de Kort: Alte Indianer sagen zu ihren Kindern: “pass mal gut auf” ‘ er, welcher die Zukunft hat’ und ‘sie, die die Welt soll erben’, eines Tages wird das alles euch gehören”. Kind: “Wirklich wahr, großes Oberhaupt der Ponzi’s ‘ er, der schwätzt mit gespaltener Zunge?)
Die Ähnlichkeiten zwischen der Krise in der sozialen Sicherheit, der Niedergang der Banken und das Abholzen des Regenwaldes: Ponzipolitik. Leben auf Kosten von zukünftigen Generationen. Wir können nicht darauf warten, dass die Politik eingreift, wir müssen in die Politik eingreifen.
Das ‘Ponzischema’ wird in der Novelle Little Dorrit (1855) von Dickens beschrieben, in welcher Merdle’s Bank tausende von Menschen in den Ruin treibt bei einem betrügerischen Konkurs.
Einfach und bösartig:Kunden dürfen Geld gegen sehr hohe Gewinnausschüttung anlegen. Das Geld wird nicht in gewinnbringende Reproduktion investiert, sondern in die Auszahlung von Scheingewinnen, welche neue Kunden anlockt. Wir kennen das Prinzip von den Pyramidespielen. Das Traum vom schnellen Reichtum wird auf der Anwerbung von neuen Gläubigern aufgebaut.
Im Luftschlossmarketing von bankrotten Banken boten Bankiers viel höhere Spar- und niedrige Hypothekzinsen an, als markttechnisch verantwortlich gewesen wäre. Und kompensierten ihre Verluste durch Kunden (die oftmals aufgrund ihrer schwachen, finanziellen Position nirgendwo anders mehr hinkonnten), denen sie Versicherungsprodukte unter Wucherbedingungen in Form von Kaufpreispolicen anboten. Wobei sie sich noch einen Vorschuss auszahlen ließen, wegen der steigenden Immobilienpreise und Löhne. Mit Provisionen in Höhe von 80% des Einzahlungsbetrags, und das direkt in die Tasche des Bankiers. Der niederländischen Premierminister Balkenende nannte vor kurzem eine der Banken, welche bankrott gingen, kurz vor dem Niedergang der Bank „ein Vorbild für uns alle“. 'Sie nehmen eine großartige Position im finanziellen Sektor ein, setzen sich ein für Sport und Kultur. Ich finde das wirklich fantastisch. Wir sind sehr stolz auf Sie!'. Der niederländische Ministerpräsident hat damit seinen naiven Glauben in das sich selbst-reproduzierende Geld deutlich gezeigt. Er kann damit durchaus Premier bleiben oder auch erster Präsident von Europa, wie augenblicklich überall geflüstert wird. Weil so gut wie alle Politiker an Bäume, die in den Himmel wachsen glauben, auch wenn diese in rasendem Tempo gefällt werden.
Die exhibitionistische Selbstbereicherung der Bankiers wird durch öffentliche Mittel kompensiert, damit wird der Bürger ständig das Schlachtopfer der kollektiv gescheiterten Politik.
Nehmen wir das Prämiensystem der Altersvorsorge. Damit wurde in den Niederlanden (und vielen anderen Ländern) festgelegt, dass Sozialleistungen von laufenden Prämieneinkommen bestritten werden sollen. Ponzibetrug wird als Solidarität verkauft. Wären von Anfang an ausreichende Reserven angelegt worden, wäre nichts passiert. In den Niederlanden wurde 1990 durch die Politik ein Rentenfonds angelegt, der 2020 ausgezahlt werden sollte, um die Folgen der Vergreisung aufzufangen. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen virtuellen Fonds handelte, in dem Milliarden auf Papier gespart worden sind, aber nichts eingezahlt. Deshalb sollen die Niederländer nun – so hat die Regierung vor kurzem vorgeschlagen - bis zum 67sten Lebensjahr arbeiten, anstatt wie vorgesehen, bis zum 65sten Lebensjahr.
Das ist allerdings noch gar nichts im Vergleich zum irreparablen, verwüstenden Einfluss der Ponzipolitik auf die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Im letzten Worldlog habe ich hiervon einige Beispiele aufgezeigt.
Diese Woche erhielt ich per Mail einige Fotos von meinem Besuch in Surinam. Es war ein besonderes Erlebnis für mich, zusammen mit der Tier- und Umweltschützerin Monique Pool vom Green Heritage Fund Surinam unterwegs gewesen zu sein. Sie versorgt Faultiere und Ameisenbären, die das Opfer von dummen Menschen geworden sind, die sie als Haustiere halten oder misshandeln. Es ist unglaublich, solche Tiere festzuhalten und zu versorgen. Vor allem beim Faultier überkommt mich das Gefühl, dass ich vor einem Urtier stehe.
Es gibt Pläne, ein professionelles Asyl zu errichten, denn augenblicklich beherbergt Monique sie im Garten ihres Hauses. Monique setzt sich außerdem für den außergewöhnlichen Ästuarium des Surinamflusses/Ozean ein. Dort gibt es Delphine. Ich hatte das Glück und habe ungefähr 15 Stück gesehen. Für mehr Informationen und Spenden, klicken Sie bitte hier.
Bis nächste Woche!
Marianne Thieme












