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Woche 04 - 2010

Wir befinden uns mitten in den Nachwehen der schlimmsten Q-Fieber-Epidemie der Geschichte. Es ist nicht zufällig, dass die sich gerade in den Niederlanden abspielt. In den Niederlanden wurden Milchziegen und Milchschafe gezüchtet, die eine so hohe Produktion liefern, dass das auch zu größeren Empfindlichkeit gegen allerhande Krankheiten und zu Frühgeburten führt.

Um Ihnen eine Idee der Diskussion zu skizzieren, gebe ich Ihnen meinen Beitrag der Kammerdebatte von dieser Woche.

Vorsitzende. Nach einer Periode von Unentschlossenheit und Non-Informationen hat jetzt die Periode von Verneinung und Des-Informationen angefangen. Gestern Nachmittag um 17.30 Uhr kam die Nachricht, dass ein Schafsbetrieb in Nuenen, zur großen Erleichterung des Viehhalters, Q-Fieberfrei wäre. Jedoch, um 19.30 Uhr bekamen wir einen Brief, dass es Leute gab, die während der „Lämmer-Streichel-Tage“ krank geworden waren. Gestern abend sahen wir im Fernsehen, dass Minister Klink seine Verabredungen nicht eingehalten hat. Es sollten passende Maßnahmen getroffen werden um weniger Lämmer zu bekommen, aber der Schafsviehhalter hatte von den Behörden nichts gehört und inzwischen sind etwa 800 Lämmer geboren worden.

Die Bitte des Bauers um Vakzination wurde abgelehnt, denn das Betrieb hätte keine öffentliche Funktion. Es ist kein Kinderbauernhof, Plegebauernhof oder Zoo. Was soll diese Bürokratie? Wir lesen gerade im Brief des Kabinetts, dass der Bauernhof doch eine öffentliche Funktion hat. So ein Chaos! Im Brief gesteht das Kabinett, sehr interessant, dass die Art und Weise worauf Milchschafe und Ziegen gezüchtet wurden, sie empfindlicher gemacht hat gegen Abtreibungen und Q-Fieber-Verbreitung. Auch gesteht das Kabinett, dass die Größe der Intensivviehwirtschaft eine bedeutende Rolle spielt. Gerne höre ich vom Kabinett wie es die Konzentration der Tiere verringern wird.

Aus wirtschaftlichen Gründen hat dieses Kabinett nun auch vor Böcke und Schafböcke massal zu töten. Solange diese Tiere nicht für die Zucht benutzt werden, gibt es aber überhaupt keine Gefahr. Im Moment ist von Zucht nicht die Rede, also gibt es genügend Grund diese Tiere im Leben zu halten und sie individuell zu testen für die Zukunft. Ich frage den Ministern die Wahnsinn zu beenden.

Dann die zwei möglichen Kontrollenmittel. Während der Fragenstunde behaupteten die Minister, dass Vaginalschwabs als Kontrollemittel gegen Q-Fieber nicht genügend sind. Sachverständigen glaubten die Ohren nicht, als die Minister dies behaupteten. Bei Betrieben die keine Milch produzieren werden die Vaginalschwabs nämlich empfohlen. Auch der stellvertretende Direktor des Zentalen Veterinären Instituts meldet das die Vaginalschwabs sehr zuverlässig sind. Können die Minister erklären warum sie glauben, dass Vaginalschwabs nicht gut sind. Spielt die Tatsache, dass Vaginalschwabs teuer sind eine Rolle? Ist, wie öfters bei diesem Kabinett, die Wirtschaft wieder wichtiger als die Ethik?

Noch einige konkrete Fragen. Warum gibt’s noch kein Zuchtverbot auf Kinderbauernhöfen?
Der Minister hat gesagt es seriös zu erwägen und in einem Brief zu reagieren. Ich lese hierüber nichts und erwäge einen Antrag.

Können wir das Zuchtverbot bereits jetzt verlängern? Um jetzt wieder Tiere trächtig werden zu lassen ist völlig unverantwortlich und Deutlichkeit ist für den Sektor jetzt wichtig.

Schließlich die Verfügbarkeit der Vakzinationen. Kann der Minister zusagen, dass er wirklich alles macht um dafür zu sorgen, dass alle Schafe und Ziegen in der Niederlanden vor August 2010 vakziniert worden sind?

Vorsitzende. Diese Untersuchung braucht eine parlamentäre Untersuchung und das Ende der Bio-Industrie.

Vorige Woche gedachten wir mit Bauern und Q-Fieber- Patienten die Opfer dieser misslungenen Kabinettspolitik. Man ließ schwarze, weiße und rote Ballons aufsteigen als Symbol für gestorbenen Menschen, getötete Tiere und krank gewordene Menschen.

Es war ein eindruckvolles Gedenkfeier. Hier einige Fotos.