Nervende Woche gehabt. Nachdem die Koalitionsparteien rund um die niederländische Unterstützung im Irakkrieg krampfartig die Reihen geschlossen haben, kam Mittwoch die Mitteilung von der Partei von der Arbeit, dass sich die Partei nicht erneut vor den Christdemokraten (CDA) beugen wird.
Die CDA will, entgegen aller früheren Versprechen bzgl. der niederländischen Teilnahme an den Militärmissionen in Afghanistan, dass diese erneut verlängert wird. Es ist bekannt, dass vor allem die USA daran sehr interessiert ist. Soviel, dass der amerikanische Ambassadeur Laurette Onkelinx versprach, dass sie die „mächtigste Person der Erde nach Barack Obama“ werden wird, wenn sie entscheiden sollte, belgische Truppen nach Afghanistan zu schicken.
Frau Onkelinx verweigerte diese großzügige Position freundlich, aber das zeigt doch deutlich, auf welche Weise, die USA ihre Bundesgenossen unter Druck setzen.
Eine Kammerdebatte über die Position des Kabinetts brachte lediglich reichlich Verwirrung, aber es macht deutlich, dass dieses Kabinett ausregiert ist.
Freitag kam das erlösende Wort, das Kabinett ist über die Afghanistanfrage gestolpert, im Juni finden wahrscheinlich neue Wahlen statt, Umfragen zeigen, dass die Partei für die Tiere große Chancen auf mehr Sitze erhalten wird, als sie momentan inne hat.
Im Vorlauf auf die Gemeindewahlen (gute Aussichten in den Gemeinden, in denen wir mitmachen) nachfolgend einige Zitate aus einer netten Observation eines kritischen Kolumnisten der Landestageszeitschrift De Pers:
Bevor ich das Sexleben der Pute zur Sprache bringe, muss ich gestehen, dass ich den Stimmenweiser ausgefüllt habe und bei der Partei für die Tiere gelandet bin.
Es gab eine Menge Themen, welche bei mir ein „ bestimmtes Gefühl“ hervorriefen. Es ging zum Beispiel über Tiere. Mir sind die Ursachen nicht weiter bekannt, aber ich habe mich in den letzten Jahren von einem unbekümmerten Fleischverarbeiter zu einem Lebensmittelsnob entwickelt, welcher in der Fleischabteilung des Supermarktes vor Abscheu wankt.
Ich will mir nicht die letzte Lammkeule aus dem Mund schreiben lassen, dass ist eigentlich der Grund, dass ich Eating Animals von Jonathan Safran Foer vorläufig ungelesen liegen lasse.
In der Fleischindustrie werden Puten in solchen Ausmaßen gezüchtet, dass sie sich selbst nicht mehr tragen können, geschweige denn fortpflanzen. Um die Produktion auf gleichen Niveau zu halten, werden die Tiere regelmäßig durch die Arbeitnehmer „abgewichst“.
Die CDA ist gegen Tiersex, sorgte aber dafür, dass im gesetzlichen Verbot die Handlungen nicht weiter erläutert werden, lediglich die sittlichen Konnotationen, ansonsten hätten sie mit dem Verbot ihre eignen Wähler von den Puten gerufen.
Um verstehen zu können, warum gerade Tierwichser gegen das Wichsen von Tieren sind, muss man wahrscheinlich CDA er sein, oder Abwichser tout- court.
Vielleicht muss ich mich die nächsten Wochen in die Wahlfragen vertiefen und danach nochmals den Stimmweiser einfüllen. Aber wenn ich den Mut dazu nicht aufbringen kann, und dass kann mal so sein, stelle ich mir am 3. März in der Stimmecke das Gesicht eines CDAers vor, welche gerade mit einer schweren Pute beschäftigt sind und gebe dann meine Stimme lieber der Partei für die Tiere.
Bis nächste Woche!












