Willkommen zu meinem ersten Weltlog. Ich möchte mich erst einmal bei Ihnen vorstellen. Mein Name ist Marianne Thieme, ich bin Fraktionsvorsitzende der Partei für die Tiere im niederländischen Parlament. Die Niederlande gelten als das „viehdichteste“ Land der Welt. Nach vielen Tierkrankheitskrisen wurden die Niederlande auch das erste Land der Welt, mit einer politischen Partei, die sich primär nicht für die kurzfristigen Interessen der Menschen einsetzt. Am 22. November 2006 wurden wir mit 2 Sitzen in das niederländische Parlament gewählt und 2007 haben wir uns auf 9 Sitze in den Bundesländern und 1 Sitz im Senat vergrößert. Wir sehen uns als Pioniere hinsichtlich der exklusiven, politischen Beherzigung der Interessen der Tiere, sowie von Natur und Umwelt. Da wir aus dem Ausland sehr viele Anfragen über unsere Arbeitsweise und deren Ergebnisse erhalten, möchte ich Ihnen gerne wöchtentlich, in möglichst vielen verschiedenen Sprachen, darüber berichten in meinem Weltlog.Wir beginnen heute mit einem Team, bestehend aus 24 Menschen in 9 Sprachen, diese Anzahl wird nach unserer Einschätzung weiter steigen in den kommenden Monaten. Das Interesse an unserer Partei, wird sicherlich durch die Veröffentlichung einer Dokumentation unserer wissenschafltichen Abteilung in diesem Sommer mit dem Titel : Meat the Truth, nochmals gesteigert werden. Der Hauptschwerpunkt dieser Dokumentation wird auf die Tatsache gelegt, dass durch Viehhaltung weltweit mehr Treibhausgase ausgestossen werden, als alle Autos, Lastkraftwagen, Züge, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Die niederländische Version dieser Dokumentation, welche bereits im Dezember veröffentlicht wurde, hat bereits viele gesellschaftliche Diskussionen und Anerkennung eingebracht.
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Der Film wird diesen Sommer unter anderem in Sao Paulo, Madrid, Brüssel, Fortaleza, New York, London, Dresden, Peking, Singapur, Taipei und Sydney und einigen niederländischen Orten zu sehen sein. Mailen Sie für mehr Informationen über die Erscheinungsdaten der englischen Version an info@ngpf.nl.
Diese Woche war ich in Cambridge, um Aufnahmen für die internationale Version von „Meat the Truth“ zu machen. Dort sprach ich mit John Powles von der Cambridge Universität, welcher vor kurzem in der Lancet ein Plädoyer zur drastischen Verminderung des Fleischkonsums hielt. Besser für die Tiere, besser für das Klima, besser für die Weltnahrungsmittelverteilung und besser für die Volksgesundheit!
Die kommenden Wochen werden im Zeichen der Aufnahmen zu diesem Film ( 6. April in Amsterdam ) und dessen Montage stehen. Dies wird eine Menge zusätzliche Arbeit, neben meiner Tätigkeit im Parlament, zur Folge haben.
Diese Woche debattieren wir über unsere Beschwerden, gegen das Aufheben des Moratoriums auf die Walfischjagd. Wir sind strikt gegen eine Aufhebung des Walfangverbots, aber die christlich-demokratische Landwirtschaftsministerin Verburg hielt ein Plädoyer im Parlament, „ um die Walfischjagd ein wenig zu erlauben“, da, so behauptet sie, „ so die Walfischfänger eher bereit wären, den Walfisch zu beschützen“. Wir teilen diese Meinung absolut nicht, glücklicherweise sieht ein Großteil des niederländischen Parlaments dies ebenso: Hände weg vom Walfisch!
Diese Woche sprachen wir auch über ein Initiativgesetz, um Sex mit Tieren strafbar zu machen, ein Vorschlag der sozialdemokratischen Partei, welche Schwierigkeiten hat, ihre tierfreundlichen Wahlkampfversprechen einzulösen und sich deshalb für dieses ziemlich, „gefahrlose“ Thema entschied.
Natürlich sind wir, als Partei für die Tiere gegen jede Art von Mißbrauch von Tieren, aber dies ist doch wohl eine sehr klare Form von Symbolpolitik. Der Gesetzesvorschlag wurde von einem sozialdemokratischen Parlamentarier, Harm Evert Waalkens, der übrigens Bauer ist, eingereicht. Wir haben ihn während der Debatte gefragt, ob sein Gesetzesvorschlag sich mehr auf den Schutz der sexuellen Integrität der Tiere oder auf den Schutz der „ guten Sitten“ , in diesem Falle dem Ergreifen von „fiesen Typen“ beziehen würde.
Würde er sich nämlich Sorgen über die sexuelle Integrität von Tiere machen, dann hätte er logischerweise auch ernsthafte Beschwerden einlegen müssen gegen die massenhafte, künstliche Besamung von Kühen, das ( unbetäubte ) Kastrieren von Millionen Ferkeln, und die geschlechtliche Diskriminierung, die ausschlaggebend dafür ist, daß 50% der Küken lebend zerkleinert werden, nur weil männliche Küken uninteressant für den Eier -und Fleischsektor sind. Seine Antwort war deutlich: Vornehmlich probiere er die guten Sitten des Menschen zu schützen, daß dabei gleichzeitig einige Tiere beschützt werden, sei eine poitive Beigabe. Er wage es allerdings nicht seine Finger zu verbrennen, indem er grundsätzlich die sexuelle Integrität von allen Tieren respektiere, da große ökonomische Interessen damit im Gegenstreit liegen würden. Und deshalb kann man von einem kleinen Schritt voraus sprechen, ohne das die Rechte der Tiere wirklich anerkannt werden.
Unsere Schwesterpartei in Spanien, Pacma bekam letzte Woche 41.000 Stimmen, ein hervorragender Beginn in einem Land wie Spanien, einem Land mit massenhaften Tierleiden.
In den kommenden Wochen werde ich Sie gerne weiter informieren über unsere Partei, unsere Stellvertreter, sowie unsere Arbeit und Pläne.
Ich hoffe, das dieser Weltlog dazu beiträgt, dass sich sehr viele Menschen überall auf der Welt inspiriert fühlen, um ebenfalls Parteien für die Tiere zu gründen, um Interessen der Tiere, Natur und Umwelt zu verteidigen, gegen die einzige Lebensform auf der Erde, welche sich selbst zerstört: der Mensch.
Bis zur nächsten Woche!
P.S: Da unsere Ambitionen augenblicklich die physischen Möglichkeiten unserer Partei übersteigen, können wir vorerst nur englischsprachige Mails beantworten.














