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Woche 18 - 2008

Momentan wird weltweit, auch in den Niederlanden über neue, saubere Brandstoffe diskutiert. Neben Wind,-Wasser,- und Sonnenenergie gibt es auch die sogenannten “Biobrandstoffe”. Diese Brandstoffe werden z. Bsp.aus Pflanzen wie Zuckerrüben und Mais hergestellt. In der Diskussion rund um die Akzeptanz von Biobrandstoffen, stellt sich die Frage, in wieweit die Biobrandstoffe konkurrieren mit Lebensmitteln, denn pflanzliche Grundstoffe kann man in vielen Fällen ja auch essen. Diese Diskussion ist augenblicklich sehr aktuell, hinsichtlich der weltweiten Lebensmittelkrise und hohen Lebenmittelpreise.

Naturlich ist es gut, daß die Weltnahrungsmittelkrise uns wach schüttelt. Aber es ist in der Diskussion darüber ungerecht, die Biobrandstoffe als den großen Bösewicht, der armen Menschen das Brot aus dem Mund nimmt und wofür Regenwälder abgeholzt werden, abzustempeln. Nicht die Biobrandstoffe sind die großen Verursacher der Weltnahrungsmittelkrise, sondern vor allem die Viehhaltung.

Gerade mal 1% der weltweiten Landwirtschaftsanbaufläche ist für Biobrandstoffe bestimmt. 80% der Landwirtschaftsflächen wird durch die Viehhaltung genutzt. Fast 50% des weltweiten Getreidevorrats verschwindet in den Mägen von Landwirtschaftstieren. Hierdurch wird 85% pflanzliches Eiweiß verschwendet. Für 1 Kilo Fleisch benötigt man nämlich 7 Kilo pflanzliches Eiweiß!

Die Erde kann, betrachtet man, die heute zur Verfügung stehenden Landwirtschaftflächen, mehr als ausreichend Nahrung für 40 Milliarden Münder bieten. Aber , so die Wissenschaflter, dann müssen die Münder wohl mit Bohnen und Getreide gefüttert werden, und nicht mit Fleisch.

Nebenbei wird durch die Viehhaltung mehr Treibhausgas ausgestossen, als aller Verkehr und Transport zusammen. Sie vereinnahmt einen großen Teil des anwesenden Süßwasservorrats und ist der wichtigste Verursacher der Entwaldung und dem Verlust der Biodiversität.
Die gigantische Menge an Mist, produziert durch Milliarden von Landwirtschaftstieren führt zu einer großflächigen Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft.

Das ist der Kern der Probleme, die die Welt momentan kennt. Wir werden weltweit eine enorme Veränderung vornehmen müssen, um unser Zusammenleben pflanzlicher, tierfreundlicher und damit auch sozialer und umweltfreundlicher zu machen.

Es ist ein zweischneidiges Messer, die Transition von tierischen hin zu pflanzlichen Eiweißen. Gerade der Ackerbau ist imstande, langlebige Biobrandstoffe aus Pflanzenresten zu liefern. In Europa wird jetzt noch 2/3 der Landbauflächen für die Viehhaltung eingesetzt. Es liegt deshalb ein enormes Potenzial brach, um regionale Biomasse zu produzieren, wozu kein Regenwald abgeholzt werden muss und wobei Konkurrenz um Getreide vermieden werden kann. Das kann bis zu 50% unserer europäischen Verkehrsbrandstoffe liefern. Aber es sollten dann wohl deutliche Umweltkriterien daran gekoppelt werden müssen.

Die Herausforderung, die Weltnahrungsmittelkrise zu lösen, liegt in einer drastischen politischen Veränderung. Das bedeutet: kein Abholzen von Regenwäldern für die Produktion von Biobrandstoffen oder Viehfutter. Die Viehfutterindustrie muß stets weniger werden und wir müssen mehr pflanzliche Nahrungsmittel für Menschen anbauen. Dafür benötigen wir einen Bruchteil der heutigen Landwirtschaftsflächen. So wird auch Raum für Biobrandstoffe , herkömmlich von Pflanzenresten geschaffen.

Immer mehr Menschen essen vornehmlich pflanzliches Essen. In den USA sind inzwischen 7,3 Millionen Vegetarier und 22,8 Millionen Menschen, die regelmäßig auf den Fleischkonsum verzichten! 11,9 Millionen Menschen, die jetzt noch Fleisch essen, wollen in Zukunft Vegetarier werden.

Ich denke, daß man von einem schnellen Umdenken sprechen kann. Rauchen wird weltweit stets mehr, als ein ungewünschtes Verhalten angesehen, das wird auch für das Essen von Fleisch gelten. Zahllose Wortführer wie Paul McCartney geben ein gutes Vorbild.


Gandhi bekommt endlich Recht: die Erde bietet genug für jedermanns Bedarf, aber nicht für jedermanns Habgierigkeit. Diese Botschaft werden weltweit immer mehr Menschen verstehen und damit wird eine tier-und umweltfreundlichere Politik schnell an Macht gewinnen.

Bis zur folgenden Woche!