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Woche 34 - 2008

Diese Woche stand im Zeichen der Arbeitsbesuche, die wir als Parlamentsmitglieder während den Parlamentsferien ablegen. Zusammen mit meiner Kollegin Esther Ouwehand und Vorstandsmitglied Diederik van Liere habe ich das “Hotel für Tiere” auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol besucht. Schiphol gehört zu den größten Transportzentren im internationalen Tiertransport. Das Hotel für Tiere gibt es schon über 50 Jahre und man hat Schiphol in der Vergangenheit viele Kritik geübt über seine Rolle bei der Durchfuhr bedrohter Tierarte für den Handel. Während unseres Besuches bekamen wir den Eindruck, dass alles jetzt viel besser geht und dass Schiphol alles Mögliche macht, die Tiere gut zu pflegen und auch die Rechtsbestimmungen respektiert obwohl diese nicht sehr berauschend sind. KLM (eine niederländische Fluggesellschaft) transportiert vor allem Hunde und Katzen, Pferde, tropische Fische (aus dem Wild gefangen (!) und gezüchtet), aber sogar Delphine werden, falls angeboten, von KLM transportiert. Auch transportiert KLM Eintagsküken und Tiere die für Tiergärten bestimmt sind. Ich sah tropische Fische aus dem Wild gefangen und “verpackt” in Pappschachteln. In diesen Pappschachteln gab es Styropor und hunderte von Plastiktüten gefüllt mit Wasser und einem Fisch. Die Fische bekamen schon drei Tage vor der Reise nichts mehr zu essen, weil sonst das Wasser mit Ausscheidungen verschmutzt würde. So eine Traurigkeit, ich kann es nicht anders sagen. Es ist gesetzlich gesehen erlaubt. Es gibt sogar kein gesetzliches Maximum an der Stundenzahl womit man mit Tieren fliegen darf.
Heute hörte ich, dass ein Besitzer eines Pferdes dass Tier ruhig 30 Stunden lang transportieren lässt, ohne dass das Pferd liegen oder sich bewegen kann.


Lichtblick ist aber, dass KLM prinzipiell keine Versuchs- und Zirkustiere transportiert. Auch hat KLM strengere “Verpackungsregelungen” für den Transport als die international vorgeschriebene Gesetzgebung aber KLM ist damit eine der wenigen im Welt der Fluggesellschaften...

Am Donnerstag war ich für einen Arbeitsbesuch in Deutschland beim Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik. Da sprach ich Dr. Helmut Steinkamp über pflanzlichen Fleischersatz. Ich wurde sehr beeindruckt vom know how die es in diesem Institut auf diesem Gebiet gibt. Ich bin ganz sicher, dass pflanzlicher Fleischersatz eine bessere Zukunft haben wird als die Initiativen auf dem Zuchtfleischgebiet.


In der vergangenen Woche habe ich im Parlament Fragen gestellt über Nachtglasbenutzung von Wildschweinjägern. Im waldreichste Gebiet der Niederlande, “De Veluwe”, findet im Moment eine massenhafte Schlachtung von Wildjägern statt. 5200 der 6000 Schweine, also fast 90% der Population, werden getötet, weil man behauptet, dass die Tiere Schäden verursachen und eine Verkehrsgefahr bilden.


Das ist Quatsch! Gerade durch das massenhafte Jagen werden die übrig gebliebenen Tiere sich mehr fortpflanzen. Auch hat das Jagen zur Folge, dass Familienverbände verschwinden und Tiere streunen gehen, wodurch verkehrsunsichere Situationen entstehen.

Die Jäger hatten um Erlaubnis gebeten, Nachtgläser beim Jagd benutzen zu dürfen. Laut eines Abkommens zwischen den Niederlanden, Belgien und Luxemburg sind solche Nachtgläser verboten und ist Befreiung dieses Verbotes unmöglich. Trotzdem hat der niederländische Staat den Jägern eine Befreiung des Verbotes gegeben. Skandalös!

Ich habe den Minister um Aufklärung gebeten und denke darüber Anzeige bei der Polizei zu erstatten, wenn man die Genehmigung nicht entzieht.

Bis nächste Woche!